Regeln zum Spiel

 Worterklärungen:

Schachbrett Ein Brett mit 8x8 Feldern, die abwechselnd schwarz und weiss gefärbt sind, wobei das weisse Eckfeld unten rechts sein muss.
Figuren 1 König, 1 Dame, 2 Läufer, 2 Springer, 2 Türme, 8 Bauern
Schachuhr Ist eine Uhr mit zwei Zeitanzeigen, die so miteinander verbunden sind, dass zu gleicher Zeit nur eine von ihnen laufen kann. Das Fallen des Fallblättchens bedeutet, dass die einem Spieler zugewiesene Zeit aufgebraucht ist.
Remis: Unentschieden. Es gibt vier Möglichkeiten:
- der Spieler kann keinen regelgemässen Zug machen und sein König steht nicht im Schach
- beide Seiten haben während der Partie eine Übereinkunft getroffen
- die identische Stellung ist zum dritten Mal auf dem Brett entstanden (neu seit 2000)
- die beiden Spieler haben je in den letzten 50 aufeinanderfolgenden Zügen keinen Bauer gezogen oder irgendeine Figur geschlagen (neu seit 2000)
Schach - Matt  Der König kann nicht mehr gespielt werden ohne dass er auf ein vom Gegner beherrschtes Feld kommt
Blitzschach Innerhalb von einer festgesetzten Zeit von weniger als 15 Minuten müssen alle Züge gemacht sein
Schnellschach Alle Züge müssen innerhalb einer festgesetzten Zeit von zwischen 15 und 60 Minuten gemacht werden
Blindschach Die Akteure sitzen vor ihrem Schachbrett mit leeren Feldern und geben die Züge bekannt
Simultanspiel Von einem Spitzenspieler zeitgleich ausgetragene Schachpartien gegen mehrere Gegner. In der Regel zwischen 20 und 40 Gegner
Blindsimultan Simultanspiel in erschwerter Form, ohne Brett für den Einzelspieler
Hängepartie ist eine abgebrochene Partie die nach ganz bestimmten Regeln beendet und wieder aufgenommen werden muss
Führungszahl Wird errechnet aus der Führungszahl der Gegner, der Anzahl Partien, den gespielten Resultaten (Sieg, remis, Verlust)
Der SSB erstellt periodisch für seine Mitglieder eine Führungsliste.
Jedes Mitglied des SSB wird nach mindestens 10 wertbaren Partien automatisch in die FL aufgenommen, alle Neuaufnahmen erfolgen mit einer Mindestführungszahl von 1450 Punkten.

 Schach kann definiert werden als 1/3 Sport, 1/3 Wissenschaft, 1/3 Kunst


 Die Schachregeln der FIDE werden ab Juli 2001 u.a. in folgenden Punkten geändert
ab der www.schachbund.ch Website
4.6
Der Spieler, der am Zuge ist, verliert bereits durch das absichtliche Berühren einer Figur das Recht, irgendeinen Regelverstoss durch seinen Gegner zu beanstanden.

6.2 a
Die Formulierung "Mindestzahl von Zügen" (gegenüber dem früheren "eine bestimmte Zahl von Zügen") bedeutet, dass die bestimmte Zahl von Zügen oder mehr ausgeführt werden müssen in der betreffenden Zeitperiode. Das Regelkomitee hat das so formuliert, um damit zu sagen, dass die Uhr für die Endspurtphase erst nach Ablauf der vollen gegebenen Zeit umgestellt werden soll, nicht nach Ausführung der verlangten Zügezahl. Mit elektronischen Uhren geschieht das ja ohnehin. Nun soll es auch mit mechanischen Uhren so gehandhabt werden.

Beispiel: Bei einer Kadenz von 40 Zügen in 2 Stunden, dann 20 Zügen in 1 Stunde, anschliessend 30 min für den Rest der Partie, wird die Uhr eines Spielers umgestellt, nachdem nach Ablauf von 3 Stunden das Blättchen gefallen ist. (Möglicherweise kann die Uhr des Gegners, auf welcher noch mehr Zeit ist, im gleichen Zeitpunkt auch bereits umgestellt werden. RM)

6.2 b
Der Aufschub-Modus ("Fischer-Modus") ist neuerdings üblich geworden für die Endspurtphase (z.B. 40 in 2, 20 in 1 und dann Fischer-Modus mit 30 min Reservezeit und 30 sec fixe Zeit pro Zug). Neu ist die Beschreibung der Funktionsweise der Uhr. Es ist nützlich zu wissen, dass rasches Ziehen die Reservezeit nicht erhöht. Wer schon nach 10 sec zieht, gewinnt die restlichen 20 sec nicht. Sie verfallen. Es ist also nicht möglich, sich durch Hin- und Herziehen ein Zeitpölsterchen zu verschaffen.

7.4 b
Regelwidrige Züge werden nun in langen Partien von Anfang an so bestraft, wie das bisher nur in der Endspurtphase und im Schnellschach geschehen ist: eine Zeitstrafe für die ersten zwei Vergehen, Partieverlust beim dritten Mal.

9.1 a
Ein Remisangebot wird neuerdings bereits durch absichtliches Berühren einer Figur abgelehnt.
Das ist präziser als das bisherige "Ablehnen durch Ziehen". (siehe oben, Art. 4.6)

9.5 b
Die Zeitstrafe für einen unberechtigten Antrag auf remis wegen Stellungswiederholung oder aufgrund der 50-Züge-Regel wird ein wenig gemildert. Dem Antragsteller bleibt eine ganze Minute erhalten, sofern er mindestens noch eine Minute auf seiner Uhr hatte. Hatte er weniger, wird ihm gar nichts mehr abgezogen.

C3
Die neuen Blitzregeln sehen eine Einschränkung vor beim Gewinnen infolge eines regelwidrigen Zuges des Gegners. Angenommen Schwarz habe nur noch den König und Weiss sei soeben bemüht, mit Springer und Läufer den Gewinnweg zu finden. Nun macht Weiss einen regelwidrigen Zug. Nach den bisherigen Regeln hätte Schwarz den Gewinn beanspruchen können, obwohl das in krassem Widerspruch steht zur Regelung beim Gewinnen auf Zeit. Art.

6.10
sieht ja ein Remis vor, wenn der Gegner des Zeitüberschreitenden nicht ein Hilfsmatt erreichen kann. Analog dazu gilt das nun auch bei regelwidrigen Zügen. Im genannten Beispiel kann Schwarz nicht mattsetzen, also kann er auch nicht gewinnen. Das regelwidrige Ziehen des Gegners gibt aber dem Spieler, der kein Hilfsmatt erreichen kann, das Recht, remis zu verlangen, natürlich auch hier, wie die Regel sagt: "bevor er seinen eigenen Zug ausführt". Das ist weniger klar formuliert als im Artikel 9.1 a (siehe oben) oder in der Schnellschachregel B5 b, aber der Artikel 4.6 (siehe oben) gilt ja für alle Arten von Schachpartien und sagt es deutlich genug: Bereits durch das absichtliche Berühren einer Figur verliert ein Spieler das Recht, irgend etwas zu verlangen oder zu beanstanden.

alt C4
Die bisherige Blitzregel C4 hat gegen allen gesunden Schachverstand verstossen. Sie hat vorgesehen, dass der Spieler, dessen König mit Hilfsmattwendungen mattgesetzt werden sollte, einen Zug vor dem Matt nochmals das Recht bekommen hat, seinen besten Zug zu machen. Es ging also um ein "Hilfsmatt minus 1". Dass die Verfasser die Konsequenzen nicht klar überschaut haben, ging aus dem angefügten Beispiel hervor.
Es hiess: "Somit sind König und zwei Springer gegen König unzureichend, aber Turm gegen Springer ist ausreichend." Ein Turm ist immer ausreichend, gegen die gesamte feindliche Armee! Viel schlimmer aber: Wenn Schwarz mit alleinstehendem König die Zeit überschritten hat und Weiss nur noch den König und zwei Springer hat, erreicht Weiss kein "Hilfsmatt minus 1", Schwarz bekommt also einen halben Punkt. Wenn Schwarz nun aber viel besser gespielt hat, wird er dafür bestraft und verliert! Wenn er nämlich die Zeit überschreitet, solange er noch beide Türme hat, oder solange er noch all seine Figuren hat, kann Weiss sehr wohl mit zwei Springern ein "Hilfsmatt minus 1" erreichen, also verliert Schwarz.

Der bisherige Artikel C4 ist in der Neufassung gestrichen worden, zum Glück. Es hat aber einige Anstrengungen gekostet. Im Hauptvorschlag für die Neufassung der Regeln war sogar vorgesehen,

im Artikel 6.10 (Zeitüberschreitung in langen Partien) die Hilfsmattbedingung durch das "Hilfsmatt minus 1" zu ersetzen. Nun ist erfreulicherweise das Umgekehrte erreicht worden,

der Artikel 6.10 behält auch in Blitzpartien seine Gültigkeit. Das Hilfsmatt im Artikel 6.10 ist wohl noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber es ist das wesentlich kleinere Übel. [Alternative für den Fall, dass der obenstehende Diskurs zu lang wäre für die Agenda: nur den zweiten Absatz drucken.]


 Die vollständigen Schachregeln

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