Inhaltsverzeichnis:
Geschichte
Die Weltmeister von 1866 bis 2000
Bemerkungen zu den Weltmeisterschaften von 1985 bis Sept. 2000
Vladimir Kramnik, der Weltmeister "Braingames" vom Oktober 2000
Die Schachhistoriker sind sich bis heute nicht einig geworden darüber, welches eigentlich das Ursprungsland des Schachspiels sei, Indien oder China. Heydebrand von der Lasa (Bilguer), Antonius van der Linde (der eine Weltreise zwecks Auffindung der Heimat des Schachspiels unternommen hatte), Ludwig Bachmann (aus vergangenen Zeiten) und andere plädieren für Indien. Ebenfalls Dr. Robert Hübner, Papyrologe und Grossmeister (D), der sich eingehend mit dem chinesischen Schachspiel "hsiang ch'i" beschäftigt hat. Er ist der Auffassung, dass als ältestes Zeugnis eine Schachstelle der Sanskritliteratur zu gelten habe.
Indien
In einer Dichtung von Bana wird dem König Sriharscha (618-650) von Kaniakubdscha eine ausserordentliche Friedensliebe nachgerühmt. Unter seiner Regierung habe kein anderer Streit stattgefunden als der zwischen honigsammelnden Bienen, keine andern Füsse habe man abgeschnitten als Versfüsse und keine anderen Heere (Tschaturanga) habe man unterhalten, als auf dem Brett von 8x8 Feldern (Aschtapada).
China
Der Sinologe Joseph Needham dagegen vertritt die Meinung, das Schachspiel sei in China erfunden worden. Er veröffentlichte in einer Arbeit eine Vorrede des Kanzlers Wang Pao zum Schachbuch des Kaisers Wu Ti, der 569 das grosse astrologische Schach "hsiang ch'i" ersann. Der mazedonische Historiker Pavle Bidev ist ebenfalls zu diesem Schluss gekommen. Der Italiener Adriano Chicco hat Schachsteine, die 1932 in einem römischen Grab in Venafro ausgegraben wurden, auf das 3. bis 4. Jahrhundert n. Chr. fixiert.
Die Verbreitung aus russischer Sicht
Russische Schachhistoriker haben folgende historische Zeittafel festgelegt: In Indien taucht das Schachspiel im II. IV. Jahrhundert auf, wobei der spätere Zeitpunkt die grössere Wahrscheinlickkeit für sich hat. In China im VI. Jahrhundert, in Persien im VI. Jahrhundert, bei den Arabern im VIII. Jahrhundert, in Byzanz im X. Jahrhundert, in Italien im Anfangs des XI. Jahrhunderts, in Spanien am Ende des XI. Jahrhunderts, in Preussen und den Ostseeprovinzen im XII.-XIII. Jahrhundert, in Russland am Ende des XVI. Jahrhunderts.
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Die Legende über die Erfindung des Schachspiels
Die bekannteste düfte die "Weizenkornlegende" sein, beschrieben vom Perser Ibn Khallikan (1211-1282):
Unter dem indischen Herrscher Shihram sei das Land in Not und Elend geraten, denn dieser regiert als Tyrann. Der weise Brahmane Sissa ibn Dahir habe daher das Schachspiel erfunden, um seinem König zu demonstrieren, dass auch er auf seine Untertanen angewiesen sei, gleichermassen wie der König auf dem Schachbrett. Der Tyrann besann sich eines besseren, wurde milder und befahl sogar, dass das Schachspiel in allen Regionen seines Landes Verbreitung finden müsse. Dem Brahmanen bot er eine fürstliche Belohnung an, deren Höhe er selbst bestimmen sollte. Sissa wünschte sich als Belohnung nur etwas Weizen: auf das erste Feld des Schachbretts ein Korn, auf das zweite Feld zwei Körner, auf das dritte Feld deren vier, auf des vierte Feld acht Körner, usw. Der Herrscher war zuerst über diesen bescheidenen Wunsch erbost, liess sich aber dann doch bewegen, diesen Wunsch zu erfüllen. Wie gross war sein Erstaunen, als nach einigen Tagen der Vorsteher seiner Kornkammer ganz verzweifelt vorsprach und meldete "im ganzen Reich, ja, in der ganzen Welt gäbe es nicht so viel Weizen, um den Wunsch des Weisen zu erfüllen."
In der Tat, um dem Brahmanen gerecht zu werden, hätte es 18 Trillionen, 446 Billiarden, 744 Billionen, 73 Milliarden, 709 Millionen, 551 Tausend und 615 Körner bedurft!
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Das Urschach der Inder
Das Tschaturanga (= das Vierteilige) wird in einem alten indischen Buch wie folgt beschrieben:
Es wird auf einem Brett mit 64 gleichfarbigen Feldern gespielt. Beteiligt sind vier Spieler mit je 8 Steinen, nämlich dem König, dem Turm, dem Springer, dem Läufer, und vier Bauern.
Die zwei gegenübersitzenden Spieler (gelb und rot) bekämpften die ebenfalls verbündeten Gegner (grün und schwarz).
Der Turm war ein Elefant, der Läufer ein Schiff, die Bauern Soldaten. Die Gangarten teilweise die gleichen wie beim heutigen Schach teilweise aber auch anders, der Bauer wurde beim Erreichen der 8. Reihe in einen Turm oder Springer verwandelt.
Das Urschach gehörte aber seltsamerweise zu den Glückspielen. Durch Werfen eines vierflächigen Würfels mit den Zahlen 2, 3, 4, 5 wurde ermittelt, wer beginnen muss, die andern folgten im Gegenuhrzeigersinn. Derjenige, der am Zuge war, bestimmt durch würfeln, welchen Stein er ziehen musste.
Dieses Glückspiel zu viert muss sich aber dann ziemlich rasch in ein Kombinationsspiel zu zweit umgebildet haben.
Persien
Über die Einführung des indischen Spiels in Persien am Ende des 6. Jahrhunderts liegen auch herrliche Legenden vor.
Hier nur die Herkunft des Namens Schach:
Aus dem Tschaturanga der Inder machten die Perser Tschatrang und sie nannten die Hauptfigur Schah, nach ihrem Grosskönig, was später zum heutigen Namen Schach führte.
Arabien
Es wird angenommen, dass die Araber das Schachspiel in der zweiten Häfte des 7. Jahrhunderts kennengelernt haben. Eine Stütze dieser Annahme ist die Tatsache der Eroberung Persiens durch die Araber im Jahre 642.
Das Schatrandsch, wie ihn die Araber nannten, ist für einen Schachspieler ziemlich leicht; er gut zu spielen dagegen recht schwer, denn ein Teil der Figuren weist eine andere Gangart auf. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass im Schatrandsch das Ziel ein anderes ist als im Schach. Nicht das Matt ist das wichtigste Ziel, sondern die Beraubung des Königs. Daneben gab es aber auch wie heute das Patt und das Matt.
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Europa
Mit den Kriegszügen der Araber (Berber und Mauren) in Spanien und Italien kam das Schatrandsch nach Europe, ziemlich sicher etwa im 8. Jahrhundert.
Es ist historisch belegt, dass das Schachspiel bereits im 11. Jahrhundert, noch vor den Kreuzzügen, in einem grossen Teil des europäischen Kontinents gut bekannt gewesen ist.
Nach der Erfindung der Buchdruckerkunst tauchten in Italien, Portugal, Spanien die Namen der namhaften Meister auf, die auch in unserer Zeit geläufig sind: 1500 bis 1600 Damiano, Lopez (Vater der Schachtheorie), Lucena, dann von 1600 bis 1750 diejenigen von Boi, Greco, Leonardo, Polerio, Salvio, von 1750 bis 1800 die Franzosen Légal, Francois André Danican, besser bekannt unter dem Namen Philidor, Stamma (ein in Frankreich lebender Syrer) und der deutsche Johann Baptist Allgaier, der im Jahre 1795 das erste bedeutende Handbuch des Schachspiels in deutscher Sprache drucken liess.
England war Anfang 1800 der Treffpunkt für die besten Berufsspieler aus ganz Europa. Es verbreitete sich ein Pamphlet von Benjamin Franklin das auf die moralischen und geistigen Vorzüge des Schachspiels warb. Schachbücher erzielten beachtliche Umsätze und in den Zeitungen wurde regelmässig über Schach berichtet. Ein wichtiger Treffpunkt für die Berufsspieler war Simpsons Diwan. Dort spielten sie gegen (reiche) Bürger die die Kellner anschleppten und sich ein Trinkgeld verdienten. Für die interessierten Zuschauer waren diese oft ungleichen Spiele eine Art Unterricht.
1843 gewann Haward Staunton gegen den Franzosen Pierre de Saint-Amant und wurde als bester Spieler der Welt gefeiert.
1851 fand während der Weltausstellung in London das erste grosse internationale Turnier statt. Der Sieger, der deutsche Adolf Anderssen gewann das K.o. Turnier und die 183 Pfund Sterlin, ca. 25'000 CHF nach heutigem Wert.
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Schweiz
2001
Biel wird Schweizer Mannschaftsmeister vor Zürich
Das Bieler Grossmeisterturnier gewinnt GM Viktor Kortchnoi (Schweiz) mit 6 Punkten vor GM Peter Svindler (Russland) mit 5.5 Punkten.
Roland Ekström (Basel) und Monika Seps (Birmensdorf) gewinnen die Schweizermeisterschaft der Elite
Philipp Hänggi wird zum Zentralpräsidenten des Schweizerischen Schachbundes (SSB) gewählt.
Der zweifache Vizeweltmeister Viktor Kortschnoi (70-jährig) wird an der Delegiertenversammlung des SSB zum Ehrenmitglied ernannt.
10.
bis 15. Jahrhundert
Über die Ausübung und Verbreitung des Schachspiels in der Schweiz im Mittelalter weiss man praktisch nichts. Der Zürcher Rechtsanwalt Dr. Robert Blass hat sein Studien in einigen Artikeln publiziert.
Im lateinischen Einsiedler Schachgedicht besitzt die Schweiz höchst wahrscheinlich das älteste schriftliche Dokument für die Verbreitung des Schachspiels im Abendland. Wenn die Kenner alter Schriftzüge, die Paläographen, recht haben stammt es aus dem 10. Jahrhundert. Schachhistoriker bestreiten dies allerdings und ordnen das Schachgedicht ins 13. Jahrhundert ein.
Das Gedicht ist in Latein verfasst und hat 98 Verszeilen. Es enthält in den Versen 1-10 allgemeine Bemerkungen, in den Versen 11-20 die Beschreibung des Bretts, in den Versen 21-44 werden die Steine beschrieben, die Verse 45-86 beschreiben die (bis ins 16. Jahrhundert) übliche Gangart der Figuren und Bauern und die Verse 87-98 betonen, dass die Springer und Türme die wichtigsten Figuren sind.
Um das Jahr 1275 hat der Dominikaner Prediger Jacobus de Cessolis das Schachspiel zum Gegenstand seiner Predigten gemacht und ein lateinisches Büchlein "Von den Sitten der Menschen und den Pflichten der Vornehmen und Niederen an Hand des Schachspiels" geschrieben.
Dieses Büchlein kam in die Hände des Benediktiner Mönchs Cuonrats von Ammenhusen, der von den Ausführungen Cessolis so fasziniert war, dass er sich sofort an die Übersetzung machte. 1337 wurde das umfangreiche und interessante Werk Schachzabelbuch (zabel=tabula=Brett) in Stein am Rhein vollendete. Die Verwandlung der 80 Druckseiten Predigt von Cessolis führte zu 19'336 Versen im Schachbrettbuch.
Ammenhausen war aber nicht der Einzige der auf den Gedanken kam, Cessoli Predigt in deutsche Verse zu übertragen. Es gibt noch weitere poetische Bearbeitungen, nämlich von Heinrich von Beringen, etwa 1330 (mit 10'772 Versen), Pfarrer zu dem Hechte, etwa 1335 (mit 7'594 Versen) und Meister Stephan, zwischen 1357 und 1376 (mit 5'886 Versen)
Über die gegen Ende des 15. Jahrhunderts eingetretene Wandlung der Spielregeln, die vor allem der Dame eine gewaltige Steigerung ihrer Kraft brachte und sie zur Königin machten, weiss man nichts genaues. Der Übergang erfolgte aber stufenweise, das kann man der damaligen schweizerischen Schachliteratur entnehmen.
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Der Schachautomat von Ungarn in Basel
Im Jahre 1783 besuchte der ungarische Domänenrat Wolfgang von Kempelen die Stadt Basel mit seinem Schachautomaten (dem Türken) und gab den damaligen Schachspielern am Rheinknie Gelegenheit, sich mit seinem Automaten zu messen. Viele Besucher vermuteten, dass sich unter der Hülle des Automaten ein 10-12 jähriger Junge versteckte und die Bewegungen ausführte. Diese Vermutungen erwiesen sich aber als nicht richtig und von den vielen Hundert Menschen die den Automaten sahen, hat niemand das Geheimnis entdeckt.
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Vereins- und Verbandsgründungen in der Schweiz
1809 wurde die Schach-Gesellschaft Zürich gegründet. Die Zürcher pflegten Beziehungen mit den Schachfreunden aus Winterthur und es kam in den Jahren 1822, 1824, 1825 und 1826 zu sonntäglichen Treffen in Bassersdorf. Von 9 Uhr morgens bis 2 Uhr mittags sollen z.B. 1822 von 6 Zürchern und 8 Winterthurern 81 Partien gespielt worden sein. Die Schachgesellschaft Winterthur wurde 1846 gegründet.
Bereits am 31. Juli 1825 wurde von den Zürcher Schachfreunden zu einem dreitägigen nationalen Turnier in den Engel nach Baden eingeladen. Wer genau teilgenommen hat ausser den Zürchern ist aus der Tabelle nicht ersichtlich. Es gab aber schon Schachspieler in Rapperswil, Aarau, Baden, Basel, Schaffhausen und Solothurn.
Am 1. und 2. Juni 1889 wurde im Pfauen in Hottingen/Zürich ein schweizerisches Turnier organisiert, an dem 74 Teilnehmer aus allen Gegenden der Schweiz teilnahmen. Am zweiten Tag des Turniers wurde dann spontan eine Kommission bestellt die die Statuten eines Schweizerischen Schachvereins erarbeiten soll.
Später wurde dann der Name auf Schweizerischer Schachverband geändert.
Im Oktober 1900 erschien die erste Nummer der Schweizerischen Schachzeitung.
Am 17. Juni 1995 haben sich der Schweizerische Schachverband (SSV) und der Arbeiter-Schachbund (SASB) zum Schweizerischen Schachbund (SSB, franz. FSE, ital./rom. FSS, engl. SCF) zusammengeschlossen.
Der SSB besteht aus:
Oktober 2000. An der 4. Versammlung des Sportparlaments in Bern wurde der Schweizerische Schachbund (SSB) als 81. Mitglied in den Schweizerischen Olympischen Verband (SOV) aufgenommen. Die Delegierten folgten damit dem Antrag des SOV-Exekutivrates, der die Aufnahme des SSB in die Schweizer Sportfamilie einstimmig zur Annahme empfohlen hatte. Auch der Entscheid des Parlaments fiel überraschenderweise nahezu einstimmig. Neben zwölf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen gab es weit über 400 Ja-Stimmen.
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Die Weltmeister/innen
1866 wurde der erste offizielle Weltmeister erkoren, Wilhelm Steinitz (geb. in Prag, gest. in New York) konnte den Titel dann bis 1894 verteidigen. Es folgen ihm noch 13 weitere Weltmeister...
Herren:
- Dr. Emanuel Lasker (geb. in Berlin, gest. in New York) 1894-1921
- José raul Capablanca y Graupera (geb. in Havanna, gest. in Havanna) 1921-1927
- Alexander A. Aljechin (geb. in Moskau, gest. in Lissabon) 1927-1935 und 1937-1946
- Max Euwe (geb. in Watergraafsmeer, gest. in Amsterdam) 1935-1937
- Michael M. Botwinnik (geb. in Petersburg) 1948-1957, 1958-1960,1961-1963
- Wassili W. Smyslow (geb. in Moskau) 1957-1958
- Michael N. Tal (geb. in Riga) 1960-1961
- Tigran V. Petrosjan (geb. in Tiflis, gest. in Moskau) 1963-1969
- Borris W. Spasski (geb. in Leningrad) 1969-1972
- Robert J. Fischer (geb. 1943 in Chicago) 1972-1975
- Anatoli E. Karpow (geb. in Zlatoust) 1975-1985
- Gerry K. Kasparow (geb. 13. April 1963 in Baku) 1985-1993/seit 1993 PCA (Bemerkungen siehe unten)
- Alexander Chalifman (geb. in St. Petersburg) 1999
- Vladimir Kramnik (geb. 25. Juni 1975 in Tuapse, Russland) ab Okt 2000 -
- Viswanathan Anand (geb. 1969 in Indien) FIDE-Weltmeister 2000 in Teheran (Final), Vorrunden in Dehli
Damen:
- Xie Jun (geb. in China) FIDE-Weltmeisterin 2000 in Dehli
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Bemerkungen zu den Weltmeisterschaften von 1985 bis Sept. 2000 von Michael Bucher (am 10.10.2000):
Nachdem Kasparow gegen Karpow den WM - Kampf gewann, wollte Karpow Revanche. Kasparow, Karpow und der Weltschachbund konnten sich aber nicht einigen über die Wettkampfbedingungen (mögliche Probleme: Preisgeld, Anzahl Partien,Datum, Ort). Kasparow verweigerte die Revanche. Er gründete eine eigene Organisation (PCA) und nennt sich bis heute Weltmeister und verteidigte auch einige Male seinen Titel. Karpow wurde als offizieller Weltmeister des Weltschachbundes (FIDE) ausgerufen und verteidigte ebenfalls einige Male den Titel.
Noch ärgerlicher ist es aber seit 1999: Karpow verweigerte die Titelverteidigung und nahm an der FIDE - WM nicht teil, weil er mit den Wettkampfbedingungen nicht einverstanden war. Alexander Chalifman gewann diese WM, obwohl er nur die Nummer 45 der Weltrangliste war. Man könnte auch sagen, da auch schon Fischer 1975 den Titel nicht verteidigte, dass es 4 Weltmeister gibt: Fischer, Karpow, Kasparow und Chalifman
In der Weltrangliste lag (und liegt) Kasparow allerdings seit 1985 an der Spitze. Auch an den Turnieren schnitt Kasparow am besten ab. Deshalb sagen viele Experten: Kasparow ist der beste Spieler zwischen 1985 und heute.
Kasparow wird von den meisten Schachspieler und auch anderen Leuten als Weltmeister anerkannt.
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Vladimir Kramnik, der Weltmeister "Braingames" vom Oktober 2000
Der 25-jährige Vladimir Kramnik gab an verschiedenen Interviews einige Geheimnisse die ihn zum eher unerwarteten Sieg über Kasparow führten, preis. "Er habe seinen Nikotin- und Alkoholkonsum eingeschränkt und an der Fitness gearbeitet", meinte er einmal.
Ab dem 6. April 2000 absolvierte Kramnik ein (fast) tägliches Fitnessprogramm das ihm Waleri Krylow (übrigens langjähriger Fitness-Trainer von Anatoli Karpow) zusammenstellte. Er spielte auf Mallorca, in Moskau und an der deutschen Nordseeküste Tennis. Noch zwei Wochen vor dem Match spielte er täglich eine Stunde Tennis.
Sein Tagesablauf während dem WM-Kampf sah etwa so aus:
11 Uhr Aufstehen... Gymnastik... Kaffee und ein Spaziergang der Themse entlang... Schachstudium... Essen... Massage... Ankleiden und Abfahrt zum Match... das Spiel gegen Kasparow... Massage... Spaziergang... 4 Uhr schlafen. Während Kramnik schlief, arbeiteten seine Analytiker an der Aufarbeitung seiner letzten Partie.
Nach dem Wettkampf gönne er sich eine Pause von 3-4 Wochen vom Schach. Dann erst beginne er wieder mit dem Training und seinen nächsten Wettkampf sieht er erst im Januar 2001.
Viswanathan Anand und Xie Jun FIDE-Weltmeister/in 2000
Der 31-jährige Inder gewann den Finalkampf in Teheran gegen den 3 Jahre jüngeren Spanier Alexei Schirow mit 3,5:0,5 Punkten. Die beiden hatten sich in Dehli Anfangs Dezember für den Finalkampf qualifiziert. Bei den Damen gewann bereits in Dehli die Chinesin Xie Jun.
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Das Schachbrett
Die abwechselnd gefärbten Felder sind seit dem 6. Jahrhundert üblich. Warum ist das rechte Eckfeld weiss?
Bereits bei vielen Brettspielen des Altertums war ein weisses rechtes Eckfeld vereinbart, und hieraus ergibt sich ein kulturhistorischer Anhaltspunkt für eine mögliche Deutung dieses Brauchs.
Im antiken Vogelflug-Orakel stieg nämlich bei glücklicher Bedeutung rechts ein weisser Vogel auf, während das Erscheinen eines schwarzen Vogels auf der rechten Seite Unglück brachte. Die Spieler versuchten vermutlich den guten Orakelausgang zu übertragen, indem sie das Eckfeld zur Rechten weiss wählten.
Quellen der Recherchen:
"1889-1989, 100 Jahre Schweizerischer Schachverband", Kapitel "Erfindung und Verbreitung des Schachspiels" von Alex Crisovan, Chefredaktor der Schweizerischen Schachzeitung von 1973-1978.