Regeln zum Hornussen

Worterklärungen

Stärkeklasse Sind die Ligen im Hornussen, in der Schweiz von Nat. Liga A bis 6. Liga
Gesellschaft Bezeichnung für den Hornusserverein. Die Abkürzung HG bedeutet Hornussergesellschaft

Ries     

Spielfeld, 40 x 350 m, also etwa 1,4 Hektaren. Das eigentliche Ries beginnt aber erst ca. 100 m nach dem Bock, ist dann 180 m lang, vorne 8 m und hinten 14 m breit. Ausserhalb dieser Fläche muss die Nuss nicht abgetan werden. Da wird nur die Weite gemessen.

Hornuss

78 g schweres Flugobjekt, hat eine Endgeschwindigkeit von ca. 180 km/h (ca. 50 m/s) und trifft mit ungefähr 80 kp auf die Schindel (siehe unten). Die Hornuss ist meist aus Kunststoff, 62 mm Durchmesser, 32 mm dick. Das Fluggeräusch soll an eine Hornisse (grosses Insekt) erinnern.

Abtun

Auffangen des Hornuss' mit der Schindel (siehe unten), bevor dieser zu Boden fällt

Abtuer

Spieler, der im Ries steht, um den Hornuss abzutun, frühzeitig auf den Boden zu holen.

Bock

Abschlagevorrichtung für den Hornuss, dient gleichzeitig als Führungsschiene für das Träf (siehe unten)

Streich

Versuch des Spielers den Hornuss in das Ries zu schlagen. Meist 4 Versuche

Stecken

Gerät, mit dem der Schlag ausgeführt wird. Heute meist aus Karbonfaser, früher Aluminiumrohr

Träf

Gepresstes Hartholzstück (Ahorn- oder Buchenholz), das vorne am Stecken aufgeschraubt ist

Nummero

Strafpunkt, wenn der Hornuss innerhalb des Ries ohne eine Berührung einer Schindel auf den Boden fällt

Schindel

Auffangbrett, zum Abfangen des Hornuss, ca. 60x60 cm, ca. 4 kg schwer, meist aus Eschen- oder Ulmenholz

Streichlänge

Schlagweite in Metern

Setzer Das Auflegen der Nuss am Ende des Bockes. Er motiviert auch den Schläger für den nächsten Streich
Stechen Der Abtuer wirf die Schindel in die Luft und versucht die Nuss frühzeitig vom Himmel zu holen

Gesellschaftsresultat

Alle Streichlängen zusammengezählt


Spielidee

Zwei Mannschaften à ca. 18 Spieler spielen gegeneinander.
Die schlagende Mannschaft versucht den Hornuss möglichst weit ins Ries (Spielfeld) zu schlagen, dies zählt sowohl für das Mannschaftsresultat wie auch für das Resultat jedes Einzelnen. Pro Spiel schlägt man üblicherweise 4 Streiche (Schläge), d. h. 2x2 Streiche, für 2 Streiche hat man 4 Versuche.

Die abtuende Mannschaft versucht den Hornuss im abgesteckten Spielfeld (Ries) möglichst früh abzufangen. Fällt der Hornuss, ohne abgefangen zu werden, zu Boden, muss ein Strafpunkt (Nummero) notiert werden. Auch die Länge der Streiche wird aufgeschrieben. Am Ende des Spiels hat die Mannschaft gewonnen, die am wenigsten Nummeros kassiert hat.

Die beiden voneinander getrennten Spielzüge, Schlagen (Offensive) und Abtun (Defensive), führen vor allem durch den Schwerpunkt Abtun zu interessanten Wettkämpfen auch zwischen "Starken" und "Schwachen"

Eine mannschaftliche Leistung verlangt das Abtun.

Beim Schlagen ist jeder Spieler auf sich selbst angewiesen. Allein auf sich gestellt versucht der Schlagende mit hoher Konzentration, den Hornuss möglichst weit ins Ries zu schlagen. Kraft und Beweglichkeit sowie intensives Training sind wichtige Faktoren, um beim Schlagen grosse Weiten zu erreichen.


Regeln

Werden bei beiden Manschaften gleich viele Nummeros notiert, zählt das höhere Schlagresultat (Länge der Streiche) der gesamten Mannschaft.

Haben zwei Spieler in den Streichlängen das gleiche Total, entscheidet die Länge der einzelnen Streiche.

Die Punkte für die Schlagweiten: ab 100 Metern (= 1 Punkt) wird pro 10 Meter 1 Punkt dazugerechnet (160 Meter = 6 Punkte; 300 Meter = 20 Punkte usw.).
Diese Punktzahl gilt sowohl als persönliches Resultat wie auch als Teil des Mannschaftsresultates.
Jeder Spieler schlägt pro Spiel 4 Streiche. Alle 4 Streiche ergeben ein Total, das für eine Einzelrangliste zählt. Alle Einzelresultate zusammen ergeben das Mannschaftsresultat.

Die Heimmannschaft beginnt mit je 2 Streichen, danach folgen je 2 Streiche der gegnerischen Mannschaft. Dieser Wechsel wird einmal wiederholt.

Jeder Hornuss muss von der gegnerischen Mannschaft innerhalb des Spielfeldes mittels der Schindel abgetan werden. Fällt ein Hornuss jedoch trotzdem innerhalb des Spielfeldes, wird eine Nummero notiert.

Die Mannschaft, die nach Ablauf des Spieles weniger Nummeros entgegen nehmen musste, ist Sieger trotz allenfalls niedrigerer Punktzahl beim Schlagen.

Die Gewinner
Fällt ein Hornuss innerhalb des Spielfeldes ohne Berührung mit einer Schindel zu Boden, spricht man von einer Nummero für die abtuende Mannschaft. Bei einem Wettkampf gewinnt diejenige Mannschaft, welche die wenigsten Nummeros entgegennehmen musste. Bei Nummerosgleichheit entscheidet das höhere Schlagresultat der Mannschaft.


Die Akteure

Abtun/Abtuer
Das Auffangen des Hornuss mit der Schindel, bevor dieser zu Boden fällt, wird Abtun genannt. Ein Spieler, der im Ries steht, um den Hornuss abzutun, wird Abtuer genannt. Ein Spieler ist in jeder Partie beides, Abtuer und Schläger.
Der Hornuss hat eine Endgeschwindigkeit von ca. 180 km/h (ca. 50 m/s) und trifft mit ungefähr 80 kp auf die Schindel.


Die Geräte

Der Bock
Der Bock ist eine Abschlagvorrichtung für den Hornuss mit zwei symmetrischen Teilen, den so genannten Läufen (Führungsschienen) aus Stahl oder Chromstahl. Preis ca. Fr. 1'400.-.
Der eine Lauf wird von Linkshändern benutzt, der andere von Rechtshändern.

Der Stecken
Schlagrute aus Aluminium, Fiberglas, Kunststoff oder neuestens aus Carbonfasern, Länge ca. bei 2,65 m. Preis zwischen Fr. 120.- und Fr. 260.-.

Das Träf
Das Träf besteht aus Hagebuchen- oder Feldahornholz und wird in der Herstellung mit ca. 200 Tonnen Druck heiss gepresst und mit einer speziellen Verbindung vorne am Stecken angeschraubt. Danach wird die endgültige Form des Treffholzes auf einer Drehbank gefertigt. Sie soll dazu beitragen, den Hornuss richtig zu treffen. Hohe Beschleunigung sowie rechtwinkliges Auftreffen sind Voraussetzungen für einen optimalen Schlag. Preis Fr. 17.-.

Der Hornuss
78 g schweres Flugobjekt, meist aus Kunststoff, 62 mm Durchmesser, 32 mm dick. Abschlaggeschwindigkeit von bis zu 300 km/h, Flughöhe bis 70 m, Preis Fr. 3.80.

Die Schindel
Auffangbrett zum Abfangen der Hornusse, meist aus verleimten Ulmen- oder Eschenholz und einem Deckfournier aus Pappel. Sie wiegt ca.4 kg. Preis ca. Fr. 120.-.

Der Streich
Das Wegschlagen des Hornuss'. Das Gerät, mit welchem der Schlag auszuführen ist, nennt man Stecken. Die 2 bis 3 m langen Stecken werden aus Aluminium, Fiberglas, Kunststoff und in jüngster Zeit sogar aus Carbonfasern hergestellt. Die Länge, Spannkraft und das Material des Steckens sowie das Gewicht des Träfs werden je nach Technik entsprechend dem Schläger ausgewählt.


Der Landbedarf

40 Ries, was bedeutet das?
Ein Ries, das Spielfeld der Hornusser, benötigt einigermassen ebenes Land. Dabei muss dieses Land gut begehbar sein, d. h. entweder aus gemähten Wiesen oder aus abgeernteten Fruchtfeldern bestehen. Auch in Bezug auf die Orientierung sind aus sicherheitstechnischen Gründen (Sonnenblendung beim Abtun) Anforderungen an eine möglichst geeignete Spielrichtung gestellt: Nord-Süd ist optimal.
Die Abmessungen der Ries betragen 40 x 350 m, also etwa 1,4 Hektaren. Dazu kommen noch die Flächen für die Erschliessung und die Zuschauerräume. So umfassen 40 Ries also insgesamt ca. 60-65 Hektaren Land, das meist von Landwirten zur Verfügung gestellt wird. So viel Land braucht ein eidgenössisches Hornussenfest, wie es z. B. im Jahr 2000 stattgefunden hat.

(Quelle: Presseartikel Eidg. Hornusserfest 2000)