Regeln zum Faustball

Worterklärungen

Spielfeldgrösse 50 x 20 m im Freien, in der Halle das Handballfeld

Der Ball

 

Ein Faustball ist hohl, wiegt zwischen 320 und 380 g, hat einen Durchmesser von ca. 20 cm, einen Umfang von 65 bis 68 cm und verfügt über einen Luftdruck von 0,55 bis 0,75 bar.

Angabe

Aufschlag. Erster Ball zur Eröffnung des Ballwechsels.

Aufstellung

 

Es gibt die W- und die U-Form bei der Plazierung der Spieler.

Schuss

Direktes Zuspiel, bei dem der Ball vom Angreifer aus der Luft geschlagen wird.

Springer

 

Indirektes Zuspiel, bei dem der Ball nach dem Zuspiel noch einmal auf dem Boden aufspringt, bevor er vom Angreifer geschlagen wird.

mit

  

Das indirekte Zuspiel ist zu lange, der Ball kann beim Angriff nicht mehr am höchsten Punkt getroffen werden, weil er dann zu weit über die Leine geflogen ist. Er muss deshalb im Aufsteigen geschlagen werden (sehr schwierig).

kurz

 

Ein Angriffsball wurde mit viel Gefühl und Unterschnitt kurz hinter die Leine gelegt, sodass er zweimal aufspringt, bevor der Gegner ihn erreicht.

halblang

Der Ball wird in Richtung eines Abwehrspielers so ins Halbfeld geschlagen, dass er kurz hinter der Leine zum ersten Mal aufspringt und möglichst vor dem Abwehrspieler zum zweiten Mal.

Luft

 

Ein schlecht abgewehrter Ball muss direkt aus der Luft weitergespielt werden, wenn er ausserhalb des Feldes aufspringen würde (sonst Fehler).

Block

Zuruf des Schlagmannes an seine Mitspieler, wenn er zum Blocken an die Leine geht. Der Abwehrriegel muss sich neu positionieren, um die entstandene Lücke zu schliessen.

Satzgewinn

 

bei 20 Punkten, (2 Punkte Differenz, maximal bis 25 Punkte), es wird auf 2 Gewinnsätze gespielt

Fehler:

Leine

 

Die Leine ist von einem Spieler oder dem Ball berührt worden.

doppelt

Ein Spieler hat den Ball zweimal hintereinander berührt.

viermal

 

Der Ball wurde viermal gespielt, bevor er ins gegnerische Feld geschlagen wurde.

Linienrichter
..streckt den Arm nach unten

Ball war im Feld auf dem Boden.

..hebt den Arm

  

Ball war ausserhalb des Feldes auf dem Boden.


Spielidee

Faustball ist ein Rückschlagspiel, bei dem der Ball mit dem Arm oder mit der Faust geschlagen wird. Gespielt wird mit fünf Spieler pro Mannschaft und Hallenseite. Die Spieler/innen behalten ihre Position während dem ganzen Spiel. Das Faustballspielen ist eine sehr hektische, konzentrations- und konditionsorientierte Randsportart. Es wird im Sommer auf Rasen und im Winter in der Halle gespielt. Faustball wird von Männern und Frauen gespielt.

Ein Ball wird mittels Aufschlag ins gegnerische Feld befördert, dort angenommen, zugespielt und schliesslich nach Berührung durch maximal drei verschiedene Spieler wieder zurückgeschlagen. Anders als beim Volleyball darf der Ball jedoch vor jedem Schlag einmal den Boden berühren, was bei dem ungleich grösseren Spielfeld eine völlig andere Ausrichtung der Schläge - nämlich in die Weite - zur Folge hat. In der Mitte ist nur ein Band (früher dünne Leine) gespannt

Wenn der/die Spieler/in beim Anschlagen einen Fehler macht, zum Beispiel der Ball das Band oder die Seitenwand berührt oder der Ball unter statt über dem Band durchgeht, so erhält die Gegenmannschaft einen Punkt. In einem solchen Fall muss derselbe Spieler oder sein Mannschaftskollege nochmals anschlagen. Wichtig beim Faustballspiel ist also ein sauberer Ballaufschlag!

Je höher der Ball vom Boden aufspringt, desto mehr Zeit bleibt dem nächsten Spieler, den folgenden Spielsatz auszuführen ! Spätestens beim dritten Spielsatz eines Spielers muss der Faustball wieder zu den Gegnern gebracht werden. Wenn der Ball beim Anschlagen von den Gegnern nicht abgenommen wurde und dabei weder die Wand noch die Decke berührt hat, erhält die Mannschaft, die angeschlagen hat, einen Punkt, und die Gegner, die den Ball nicht abnehmen konnten, müssen anschlagen.


Faustballspiel erklärt mit Trickfilmanimation
Superwebsite: www.tv-kleinhueningen.ch


Regeln

Das Feld:
In Freien hat das Spielfeld eine Ausdehnung von 50 x 20 m. In der Halle wird das Handballfeld benutzt, das von diesen Massen auch abweichen kann. Die Aufschlaglinie ist jeweils 3 m von der Mittellinie entfernt. Sie darf beim Aufschlag nicht mit den Füssen berührt werden. Die Linien gehören zum Feld, d. h. wenn der Ball die Linie berührt, ist dies kein Fehler, und es darf weitergespielt werden.
Die Leine oder das Band ist horizontal durch die Mitte des Spielfeldes zwischen 2 Pfosten gespannt. Die Oberkante befindet sich in 2 m Höhe. Zum Spielfeld gehört auch eine gewisse Auslaufzone, die im Freien eingezeichnet ist, in der Halle jedoch durch die Wand bzw. durch Tribünen begrenzt wird.

Die Mannschaften:
Auf jeder Seite steht eine Mannschaft, die jeweils aus fünf Spielern besteht. Die Positionen sind fest, es gibt also Spezialisten für Angriff, Zuspiel und Verteidigung.

Die Regeln in Kürze:
Fehler und damit Gutpunkt für den Gegner ist, wenn
- ein Spieler oder der Ball die Leine oder die Pfosten berührt;
- der Ball ins Aus springt;
- der Ball unter der Leine oder an den Pfosten vorbei ins gegnerische Feld gespielt wird;
- der Ball öfters als zweimal hintereinander zwischen jeder Spielerberührung aufspringt;
- der Ball nicht spätestens durch den dritten Spieler ins gegnerische Feld gespielt wird;
- ein Spieler den Ball zweimal berührt, bevor er wieder über die Leine geschlagen wird;
- der Ball mit der offenen Hand oder einem Körperteil gespielt wird, das nicht zum Arm gehört;
- bei der Angabe die Aufschlaglinie mit dem Fuss berührt oder übertreten wird, bevor der Ball geschlagen wurde.

Die Spieler:
Im Gegensatz zum Volleyball, wo die Spieler rotieren, nach jedem Aufschlagwechsel zunächst eine andere Position einnehmen und erst nach dem Aufschlag an ihre angestammte Spezialistenposition laufen, hat im Faustball jeder Spieler während des ganzen Spiels seine feste Position. Sie darf zwar im Spiel beliebig vertauscht werden, doch dies ist eher unüblich, da meist jeder Spieler ein Spezialist auf seiner Position ist. Ein weiterer Unterschied zum Volleyball ist der, dass man hier mit einem Spieler weniger spielt und dazu noch ein viel grösseres Spielfeld hat, wodurch jeder einzelne Spieler natürlich viel mehr Raum abdecken muss, um Bälle zu erlaufen. Dafür darf der Ball zwischen jeder Berührung eines Spielers einmal auf dem Boden aufspringen - auf diese Weise kann Zeit gewonnen werden.

Die Aufstellung:
Abhängig vom Untergrund (Halle oder Rasen, schneller oder langsamer Boden, z. B. bei Nässe) ändert sich die Aufstellung.

Typische Aufstellung in der Feldsaison ist die W-Form.
Der Zuspieler versucht, das vordere Mittelfeld gegen kurz gespielte Bälle direkt hinter die Leine abzudecken. Allerdings muss er dabei in Kauf nehmen, dass er bei geradlinigen, harten Angriffsbällen nur eine kurze Reaktionszeit zur Annahme hat.

Die typische Hallenaufstellung ist die U-Form.
Da der Ball in der Halle eher berechenbar ist und somit kurze Angriffsbälle nicht so effektiv sind, zieht sich der Zuspieler an die hintere Auslinie zur Abwehr zurück. Allerdings hat er dabei das grösste Laufpensum zu leisten, da er immer wieder zum Zuspiel nach vorne laufen muss. Eingewechselt werden darf beliebig auf jede Spielposition, aber nur bei eigenem Aufschlag

Berührung des Balles:
Der Ball darf zwischen jeder Berührung durch einen Spieler einmal auf dem Boden aufspringen, jedoch nur innerhalb des Spielfeldes. Pro Spielzug darf er von maximal 3 unterschiedlichen Spielern berührt werden, muss dann aber spätestens durch den dritten Spieler über die Leine zum Gegner zurückgespielt werden.
Die Leine wurde in den letzten Jahren aus Gründen der besseren Sichtbarkeit durch ein Band ersetzt. Es darf weder vom Spieler noch vom Ball berührt werden (Fehler). Der Ball wird bei der Abwehr und beim Zuspiel mit dem ausgestreckten Unterarm gespielt, beim Angriff mit der Faust geschlagen. Berührt er die ausgestreckte Handfläche oder andere Körperteile als den Arm, wird es als Fehler gewertet.

Die Zählweise:
Gespielt wird nach Punkten. Wenn eine Mannschaft einen Fehler macht, bekommt die andere einen Punkt, auch wenn nicht sie aufgeschlagen hatte. Die Mannschaft, die den letzten Fehler begangen hat, macht den nächsten Aufschlag. Gewonnen hat die Mannschaft, die zuerst 2 Sätze für sich entschieden hat, wobei ein Satz bis 20 Punkte (2 Punkte Differenz, maximal bis 25 Punkte) geht.

Der Ball:
Der Ball ist hohl, besteht aus Leder, ist ca. 320 bis 380 g schwer und hat einen Durchmesser von etwa 20 cm. Er kann bei einem Angriffsschlag bis zu 120 km/h erreichen. Seine Pflege ist eine Wissenschaft für sich. Jede Mannschaft hat ihre eigenen Pflegemethoden, um ihn der eigenen Spieltaktik anzupassen.

Feld- und Hallensaison:
Faustball ist kein saisonbedingter Sport. Im Sommer, genannt Feldsaison, spielt man dieses Spiel im Freien auf dem Sportplatz. Im Winter, genannt Hallensaison, spielt man es in der Halle, wobei dann das eingezeichnete Handballfeld als Spielfläche benutzt wird. In der Halle ist jede Wandberührung durch den Ball ein Fehler. Die Decke darf berührt werden, ausser beim Versuch, ihn über die Leine ins gegnerische Feld zu schlagen (Fehler).

Die Angabe (auch Aufschlag genannt):
Schlagkraft, Treffsicherheit und ein optimaler Bewegungsablauf sind notwendig für eine wirkungsvolle Angabe. Wenn nicht gerade ein direkter Punkt damit erzielt werden kann, so soll sie doch wenigstens den Spielaufbau beim Gegner erschweren. Getroffen wird der Ball mit der Innenfläche der Faust. Die volle Wucht erreicht der Ball jedoch, wenn man ihn mit der zur Faust geballten Handkante trifft. Das Risiko zum Fehlschlag ist dabei grösser, weil die Aufschlagfläche der Handkante kleiner ist als bei der Innenfläche der Faust.
Es gibt verschiedene Aufschlagvarianten, hier einige Beispiele:
- geradlinig mit voller Wucht in die Lücke zwischen Zuspieler und Abwehrspieler;
- mit Seitenschnitt, sodass sich der Ball zwischen Angreifer und Abwehrspieler hineindreht;
- stark unten angeschnitten und kurz hinter die Leine gelegt;
- als Aufsetzer vor die Beine des Gegners.

Die Angabe ist oft reine Nervensache. Ist sie zu schlecht, kann der Gegner direkt mit dem Gegenangriff punkten. Auch kann bei zu hohem Risiko leicht eine Leinenberührung oder ein Ausball die Folge sein. Ein Aufschlag-As zur rechten Zeit jedoch ist Balsam für die angespannten Nerven.

Flugbahn eines Aufschlages auf den Abwehrspieler:

Die Abwehr
Der Abwehrspieler bereitet mit gekonnter Deckungsarbeit den eigenen Angriff vor. Ohne gelungene Abwehr kein Angriff. Ein guter gegnerischer Angriffsball ist kaum im Laufen zu erreichen. Meist werden die letzten Meter im Hechtsprung zurückgelegt, um den Ball noch zu spielen, bevor er zum zweitenmal den Boden berührt. Ist dabei die Innenseite des Unterarms nicht genau hinter dem Ball, d. h. in der Flugbahn, springt der Ball unkontrolliert seitlich weg. Besonders gilt dies, wenn der Ball nass ist. Eine Kunst, die nur wenige beherrschen, ist es auch, die grosse Wucht eines Angriffsschlages durch dosiertes Zurückziehen des Armes zu mildern. Zu einem guten Abwehrspieler gehören Gewandtheit, Schnelligkeit, Reaktionsvermögen, Sicherheit am Ball, Stellungsspiel sowie der Mut zum körperlichen Einsatz. Dieser unbedingte Einsatz jedes Spielers ist es, was die Dynamik des Faustballsports ausmacht.


Ideale Flugbahn eines abgewehrten Balles.

Das Zuspiel
Der Zuspieler oder Aufbauspieler beeinflusst wesentlich die Art des folgenden Angriffs. Er muss in der Lage sein, dem Angreifer aus jeder Position, innerhalb und ausserhalb des Spielfeldes, den Ball präzise zuzuspielen. Wenn der Ball zwischen Zuspiel und Angriffsschlag aufspringen soll (indirektes Zuspiel), muss der Zuspieler ihn so berechnen, dass er nach dem Aufspringen seinen höchsten Punkt in ca. 2,50 bis 3 m Höhe möglichst in Leinennähe hat, weil er dann am wirkungsvollsten zu schlagen ist.
Dabei muss die Bodenbeschaffenheit, Entfernung zur Leine und evtl. die Windrichtung ins Kalkül miteinbezogen werden. Ausserdem sollte der Ball idealerweise etwas Vorwärtsdrall haben, den der Angreifer zu seinen Gunsten ausnutzen kann. Es kann aber auch direkt aus der Luft zugespielt werden, wenn der abgewehrte Ball weit vorne an der Leine ist.
Ein guter Angreifer ist ohne gutes Zuspiel nur die Hälfte wert.



Indirektes Zuspiel an die Leine.

Der Angriff
Überdurchschnittliche Schlag- und Sprungkraft (die Bälle erreichen eine Geschwindigkeit von über 100 km/h), Blick für Schwächen im Stellungsspiel des Gegners sowie variables Leinenspiel und grosses Schlagrepertoire sind die wesentlichen Merkmale eines guten Angreifers (Schlagmanns). Seine Aufgabe ist es neben dem Aufschlag, einen erfolgreich abgewehrten Ball beim Gegner zu versenken und somit zu punkten. Er nutzt den Vorwärtsdrall eines gut gestellten Balles, um aus dem Anlauf mit voller Wucht in die Lücken der gegnerischen Abwehr hineinzuspielen. Ideal ist es, wenn er dabei den Gegner über Art, Richtung und Geschwindigkeit des Angriffs möglichst lange im Unklaren lässt. Wie bei der Angabe hat er auch beim Angriffsschlag aus dem Spiel verschiedenste Variationsmöglichkeiten. Von seiner Spielweise und seiner Trefferquote hängen im besonderen Masse Erfolg oder Misserfolg einer Mannschaft ab.
Eine Besonderheit gibt es beim Angriff in der Halle. Meistens ist der Auslauf neben dem Feld durch die Wände sehr eng begrenzt. Diesen Umstand macht man sich zunutze, indem der Zuspieler versucht, den Ball beim Zuspiel genau über die Leine zu legen, sodass der Schlagmann ihn durch einen Prellball vor die Füsse der gegnerischen Angreifer gegen die Wand schlagen kann. Gegen diese Angriffsbälle gibt es keine echte Abwehrchance. Das einzige Gegenmittel ist der Block.
Einer der abwehrenden Schlagmänner versucht dabei, den vom Gegner an die Leine gestellten Ball mit ausgestrecktem Arm zu blocken. Da er dabei natürlich in der Abwehrkette fehlt, muss der Vierer-Abwehrriegel auseinander gezogen werden. Der blockende Schlagmann kann sich aber auch in letzter Sekunde entscheiden, in die Abwehr zurückzurennen, weil er sieht, dass der gegnerische Ball schlecht zugespielt war. Das bedeutet für seine vier Mannschaftskollegen, sich innerhalb von Sekunden in die alte Abwehrposition zu begeben. Dazu gehört ausgeprägtes Spielverständnis und gute Abstimmung innerhalb der Mannschaft.


Quellen: www.stoeldt.de/Crash
                www.stoeldt.de/Bilder