| Werner Hug | |
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Taleggstr. 14 CH-8424 Embrach |
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| Sportart: | Schach |
| Geb.datum: | 10. September 1952 |
| Erfolge: | Gewinn der U20-Weltmeisterschaft 1971 in Athen
Schweizer Meister 1975 Simultan-Weltrekord 1979, in Emmen (560 Partien, 385 Siege, 126 Remis, 49 Niederlagen). |
Wie bist Du zu Deiner Sportart gekommen, die Du heute ausübst?
Erlernt habe ich die Regeln vom Vater, die erste Turnierpartie habe ich aber erst mit 13 gespielt
Hast Du auch andere Sportarten ausprobiert?
Selbstverständlich. (Fussball und Tennis)
Ist Dein jetziger Klub Dein Stammklub, oder wie hat Dein Weg bisher ausgesehen?
Die Schachgesellschaft Zürich ist immer noch mein Stammclub
Was ist das für ein Klub (Mitglieder, Grösse, Frauen, Männer, Nachwuchs, Finanzen etc.)
Die Schachgesellschaft Zürich ist der älteste Schachclub Europas. Sie hat ca. 200 Mitglieder, hauptsächlich Männer.
Was liebst Du an Deiner Sportart am meisten?
Die unerbittliche Gerechtigkeit des Resultates und dass es ein lifetime-Sport ist
Was machst Du nicht gerne?
Den ungeheuren Trainingsaufwand, der international betrieben wird
Bist Du Profi-Sportler?
Nein
Wirst Du finanziell von jemandem unterstützt? (Sponsoren, Gönner, Eltern)
Nein
Arbeitest oder studierst Du nebenher noch?
Ich habe vor langer Zeit Mathematik studiert
Wie könnte das Leben nach der Sportkarriere aussehen, sorgst Du in irgendeiner Weise vor?
Beim Schach dauert eine Karriere lebenslang. Finanzielle Probleme habe ich dank meiner berufstätigen Frau keine.
Welche markanten Fortschritte hast Du im vergangenen Jahr (99) gemacht?
Schach ist ein Sport mit langfristigen Perspektiven
Welches waren die wichtigsten Resultate des letzten Jahres?
Schweizermeister 1999 mit meinem Stammclub, meine letzten persönlichen Erfolge liegen länger zurück
Wie oft stehen Wettkämpfe an?
Ich spiele pro Jahr ungefähr 20 ernsthafte Partien, international üblich sind 60-100
Was ist das Wichtigste, das sich ein Sportler heutzutage vor Augen halten muss?
Durchhaltewillen
Doping ist zum Dauerthema geworden, wie oft wirst Du kontrolliert?
Nie
Wie gross ist das Thema Doping überhaupt unter Deinen Kolleginnen/Kollegen?
Erst am Aufkommen. Dopingkontrollen werden im Schach erst angedroht
Welche Rolle spielen die Medien Deiner Meinung nach im heutigen Sport?
Eine enorm wichtige, leider ist Schach nicht sehr telegen
Wie gross ist das Konkurrenzdenken unter Euch?
Sehr ausgeprägt. In der Schachhirarchie sind auch Generationen, die in anderen Sportarten längst abgelöst wären, immer noch in der Rangliste. So wären z.B. ein Günthard, Björn Borg, Rod Laver bei uns immer noch dabei.
Wie empfindest Du das Lohngefälle im heutigen Sport? (Beispiel Fussballer, Eishockeyaner und Schwimmer, Badmintonspieler?)
Lohn ist abhängig von der Popularität einer Sportart, nicht von der Leistung
Was beschert Dir im Wettkampf ein Glücksgefühl?
Ein kreativer Einfall, der nicht schon zu Hause vorbereitet wurde
Wann bist Du mit Dir zufrieden?
Wenn ich merke, dass ich von meiner Kreativität noch nichts eingebüsst habe
Welche Ziele hast Du Dir kurz-, mittel-, und langfristig gesteckt?
Kurz- und mittelfristig, meine Aktivität zu erhöhen; langfristig mein Niveau noch zu steigern
Hast Du einen persönlichen Trainer oder seid Ihr in der Gruppe?
Nein, ich versuche mich selbst als Trainer
Was arbeitest Du im mentalen Bereich?
Nichts, auch wenn Kortschnoi mir dazu rät
Was sind die Schwierigkeiten eines Schweizer Juniors, der noch die Schulen absolvieren muss?
Die Einstellung der Schulen ist heute wesentlich flexibler als zu meiner Zeit
Warst Du davon auch betroffen?
Ich bekam keinen freien Tag an meinem Gymnasium, bis ich plötzlich Juniorenweltmeister wurde
Was bedeutet Dir Geld?
Im Zusammenhang mit Schach gar nichts
Welche Bücher liest Du am liebsten?
Sachbücher
Gibt es in Deiner Sportart Freundschaften, die über den Sportplatz hinausgehen?
Selbstverständlich
Welche Rolle haben Deine Eltern am Anfang Deiner Karriere gespielt?
Sie hätten noch lieber gesehen, wenn ich Musiker geworden wäre
Was tust Du gegen eine anhaltende Leistungsbaisse?
Ich bin bekannt für meine Leistungskonstanz
Welche Risiken gehst Du in Deiner Sportart ein?
Viel zu wenige
Was tust Du dagegen?
Viel zu wenig
Was motiviert Dich am meisten?
Starke Gegner und eine würdige Ambiance
Es gibt im Sport Tendenzen hin zu Fun, Spektakel und Show. Wie äussert sich das im Schach?
Indem man die Bedenkzeit pro Partie immer weiter verkürzt oder das ewige Duell Mensch gegen Computer bemüht
Was hältst Du davon?
Solange das klassische Schach nicht tangiert wird, nützt jede Belebung
Was ist Dein grösster Wunsch bezüglich Deiner Karriere?
Nochmals einen solchen Thrill wie beim Gewinn der U20-WM zu erleben
Interview von 1997 in der Schweizerischen Schachzeitung siehe unter
www.bielnews.ch/chessplanet/news/WernerHug.html