Karine Scheuerpflug-Aeby

Villarets 5
CH-2036 Cormondrèche (NE)


Beachvolley

Foto Olivier Zeller
Geb.datum: 20.März 1965
Erfolge: 1. Platz:
Swiss Beach Tour Vevey 1995
Tuborg Beach Tour Locarno 1999
New Zealand Pro Tour Gisborne 1999
2. Platz:
Internationales Turnier Jona 1995
New Zealand Pro Tour Whakatane 1999
Coop Beach Tour Locarno 2000
3. Platz:
Swiss Beach Tour Genève 1995
Swiss Beach Tour Villars 1996
Swiss Beach Tour Basel 1996
Weltrangliste:  World Series Espinho 1996, Platz 13


Wie bist Du zu Deiner Sportart gekommen, die Du heute ausübst?

Ich bin nach Tunesien mit Freundinnen aus meiner damaligen Mannschaft (VBC Biel, Nati A) geflogen und habe dort Beachvolley zum ersten Mal gespielt. Die Sportart hat mir gefallen, und seither übe ich sie jeden Sommer aus.

Hast Du auch andere Sportarten ausprobiert?

Bis ich 16 Jahre alt war, bin ich Skirennen gefahren und habe auch Leichtathletik gemacht. Ab 11 Jahren habe ich noch dazu Volleyball gespielt. Dann habe ich mich entscheiden müssen: Gymnasium und 3 verschiedene Sportarten waren ein bisschen viel ? Ich habe das Volleyball gewählt!

Ist Dein jetziger Klub Dein Stammklub, oder wie hat Dein Weg bisher ausgesehen?

Im Beachvolleyball hat man keinen Klub sondern einen Partner oder eine Partnerin. Bis jetzt habe ich mit verschiedenen Partnerinnen gespielt:
1994 mit Anne-Catherine Jan, 1995 und 1996 mit Nicole Benoit, 1997 mit Yvonne Schnegg-Ackermann, 1998 mit Anne-Sylvie Monnet, 1999 mit Janina Göpfert in Deutschland und dann mit Denise Kölliker in der Schweiz, 2000 mit Sunny Lee Huck.

Was ist das für ein Klub (Mitglieder, Grösse, Frauen, Männer, Nachwuchs, Finanzen etc.)

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Was liebst Du an Deiner Sportart am meisten?

Dass man sie am Strand bzw. an der Sonne ausübt (wenn der Sommer auch in der Schweiz stattfindet!!!!).

Was machst Du nicht gerne?

Im Regen und bei kaltem Wetter spielen.

Bist Du Profi-Sportler und wie alt bist Du?

Nein, Beachvolley spiele ich in meiner Freizeit. Ich bin Jahrgang 65

Wirst Du finanziell von jemandem unterstützt? (Sponsoren, Gönner, Eltern)

Nein, finanziell bin ich mein eigener Sponsor!!! Ausgerüstet werde ich dieses Jahr (2000) von Speedo und Cenci Sport in Basel!

Arbeitest oder studierst Du nebenher noch?

Ich arbeite als Primarlehrerin

Wie könnte das Leben nach der Sportkarriere aussehen, sorgst Du in irgendeiner Weise vor?

Brauche ich nicht mehr!

Welche markanten Fortschritte hast Du im vergangenen Jahr (99) gemacht?

Ich habe mein Sideout verbessert: Meine Shots sind präziser geworden. (Sideout heisst Seitewechsel, was bedeutet, dass wir (meine Partnerin und ich) in einer Annahme- und Angriffsituation sind. Wenn der Angriff gut ist, können die Gegner den Ball nicht abwehren, so bekommen wir den Aufschlag wieder. Im Beach ist es übrigens (noch) kein Rallye Point System, deswegen braucht man den Aufschlag, um Punkte zu sammeln).

Welches waren die wichtigsten Resultate des letzten Jahres?

Der Sieg an der Tuborg Beach Tour in Locarno, zusammen mit Denise Kölliker.

Wie sieht der Trainingsalltag aus? Sportartspezifisch, Ausdauer, Kraft, mental, etc.

Bei mir ist es unterschiedlich ? Meine Partnerin lebt in Basel und ich in Neuchâtel. Wenn ich Schule gebe, trainieren wir einmal die Woche zusammen, dazu gehe ich noch zweimal in den Kraftraum. In der Ferienzeit trainieren wir dreimal die Woche und gehen – wenn möglich – noch zweimal in den Kraftraum. Aber manchmal (Uebersetzung: wenn wir müde sind, wir sind beide alte Hasen) trainieren wir auch weniger!!!

Wie oft stehen Wettkämpfe an?

Im Sommer (das heisst von Mai bis August) quasi jedes Wochenende.

Bist Du bis anhin von Verletzungen verschont geblieben, wenn nicht, was hat Deine Karriere beeinflusst?

Seitdem ich Beachvolleyball spiele, habe ich mich noch nicht verletzt. Grosse Probleme habe ich aber mit der Schulter gehabt, die ich durch Krafttraining habe vermindern können.

Was ist das Wichtigste, das sich ein Sportler heutzutage vor Augen halten muss?

Schwierige Frage ?

Doping ist zum Dauerthema geworden, wie oft wirst Du kontrolliert?

Bis jetzt wurde ich nur zweimal kontrolliert, und das war während meiner Indoor-Volleyball-Karriere. In Beach wurde ich nie kontrolliert.

Wie gross ist das Thema Doping überhaupt unter Deinen Kolleginnen/Kollegen?

Das ist bei uns überhaupt kein Thema.

Welche Rolle spielen die Medien Deiner Meinung nach im heutigen Sport?

Sie interessieren sich – meiner Meinung nach – viel zu viel für einige wenige Sportarten und viel zu wenig für alle anderen.

Wie gross ist das Konkurrenzdenken unter Euch?

Gross auf dem Feld, klein nach Ende des Spiels. Beachvolleyball ist ein fairer Sport: Erst seit 3 oder 4 Jahren werden in der Schweiz die Spiele der höchsten Turniere von Schiedsrichtern gepfiffen. Früher haben die Verlierer vom vorhergehenden Spiel die nächste Begegnung gepfiffen, oder die Spieler selber waren gleichzeitig Schiedsrichter.

Wie empfindest Du das Lohngefälle im heutigen Sport? (Beispiel Fussballer, Eishockeyaner und Schwimmer, Badmintonspieler?)

Uebertrieben in manchen Sportarten.

Was beschert Dir im Wettkampf ein Glücksgefühl?

Wenn ich eine super Abwehr gemacht habe.

Wann bist Du mit Dir zufrieden?

Fast nie!

Welche Ziele hast Du Dir kurz-, mittel-, und langfristig gesteckt?

Kurzfristig: ein gutes Resultat bei den letzten Turnieren und bei der Schweizer Meisterschaft; mittelfristig: nächstes Jahr (2001) weiterspielen; langfristig: nicht viel, ich bin zu alt dafür!!!!!

Hast Du einen persönlichen Trainer oder seid Ihr in der Gruppe?

Nein, meine Partnerin und ich trainieren selber.

Was arbeitest Du im mentalen Bereich?

Ich setze mir selber Ziele vor einem Spiel oder vor einem Turnier, und ich probiere die Probleme mit meiner Partnerin zu besprechen, wenn sie auftauchen.

Was sind die Schwierigkeiten eines Schweizer Juniors, der noch die Schulen absolvieren muss?

In der Schweiz wird nicht viel für den Sport gemacht. In Deutschland zum Beispiel ist die Schule um 13 Uhr fertig. Die Kinder und Teenagers haben dann viel Zeit, um Sport zu treiben. In der Schweiz ist es auch schwierig, in der Schule frei zu bekommen, um an wichtigen Wettkämpfen teilzunehmen (das habe ich selber als Kind erlebt). In den anderen Ländern werden die Talente viel mehr unterstüzt. Ich denke, dass wir viel mehr machen könnten ?

Warst Du davon auch betroffen?

Ja, als ich Skirennen gefahren bin, musste ich manchmal am Freitag frei bekommen. Oft war es ein richtiges Theater ? Zum Glück war ich eine gute Schülerin, ansonsten?

Was bedeutet Dir Geld?

Geld ist nötig, aber nicht wichtig. 30. Welche Bücher liest Du am liebsten?

Welche Bücher liest Du am liebsten?

Oh je!!!! Ich bin keine grosse Leserin (ich habe nicht viel Zeit dafür ? vielleicht wenn ich alt bin und keinen Sport mehr treibe, werde ich mehr lesen können!!!). Ich kann aber einige meiner Lieblingsbücher verraten: Brüder Löwenherz und Der kleine Prinz zum ?

Gibt es in Deiner Sportart Freundschaften, die über den Sportplatz hinausgehen?

Ja. Ein paar ehemaliger Mitspielerinnen oder Partnerinnen sind sehr gute und wichtige Freundinnen geblieben.

Welche Rolle haben Deine Eltern am Anfang Deiner Karriere gespielt?

Eine sehr grosse Rolle: Sie haben mich motiviert, unterstüzt, getröstet, trainiert ? und gesponsort!

Was tust Du gegen eine anhaltende Leistungsbaisse?

Kommt drauf an: noch mehr trainieren oder gar nicht mehr trainieren!

Welche Risiken gehst Du in Deiner Sportart ein?

Nicht viel: Am meisten Risiken gehe ich wahrscheinlich beim Hin- und Herfahren (zum Training, in den Kraftraum, zum Turnier) ein. Ansonsten und wie in jeder Sportart verbleibt die Verletzungsgefahr.

Was tust Du dagegen?

Krafttraining und möglichst gesund leben.

Was motiviert Dich am meisten?

Eine gute persönliche Leistung und eine gute Zeit mit meiner Partnerin verbringen.

Was ist am Sport in der Schweiz gut, was schlecht?

Gut weiss ich nicht. Schlecht ist, dass man eben die Jungen nicht genug unterstüzt. Schlecht ist auch, dass man nicht alle Sportarten unterstüzt, und das vor allem in den oder durch die Medien. Die Brüder Lacigas gehören zum Beispiel zu den besten Beachvolleyballern der Welt ? in den Medien wird aber kaum von ihnen geredet (und es sind sicher andere Sportler/innen in der Schweiz, die es verdient hätten, dass man ein bisschen von ihnen redet).

Es gibt im Sport Tendenzen hin zu Fun, Spektakel und Show. Wie äussert sich das in Deiner Sportart?

Beachvolleyball gehört sicher zu dieser Kategorie ? Einige haben gedacht, dass es eine Mode wäre, die schnell vorbeigehen würde ? Mal gucken, was nach Sydney passiert.

Was hältst Du davon?

Ich äussere mich nicht dazu.

Was ist Dein grösster Wunsch bezüglich Deiner Karriere?

Den Spass NIE verlieren!